2. Platz / WB Heidelberg Cement

Auftraggeber
RKW AS
Ort
Leimen
Jahr
2014
Dauer
5 Werktage

Im “Technology Center” des Unternehmens soll ein neues Labor- und Verwaltungsgebäude entstehen.

Leimen. Gut 20 Millionen Euro, die ganz überwiegend in die Errichtung eines Labor- und Verwaltungsgebäudes fließen würden, sollen die Arbeitsbedingungen im “Heidelberg Cement Technology Center” (HTC) deutlich verbessern. Gegründet wurde das HTC vor 18 Jahren mit dem Ziel, die zentralen Ingenieurs-, Forschungs- und Entwicklungsabteilungen zu vereinen. “Zu vereinen” ist jedoch relativ, denn laut Wolfgang Dienemann findet HTC-Aktivität am Heidelberg-Cement-Standort Leimen bislang in sechs verschiedenen Gebäuden statt. Er ist Direktor der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von “HTC Global”, die ebenso wie das für Zentraleuropa und Zentralasien zuständige HTC in Leimen ansässig ist. Eine solche Aufteilung wirke sich, so Wolfgang Dienemann, natürlich nicht allzu gut auf gewünschte Synergieeffekte aus. Hinzu komme, dass die Anzahl der HTC-Mitarbeiter in den vergangenen Jahren sprunghaft angestiegen sei und weiter ansteigen werde. Aktuell gibt es in Leimen 140 HTC-Arbeitsplätze. Da man zu dem Befund gekommen sei, im Bestand angesichts der Entwicklung der Personalstärke nicht mehr hinzukommen, sei 2009 erstmals über einen Neubau nachgedacht worden. Ersten konkreteren Planungen im Jahr 2010 setzte nach seinen Worten in den beiden Folgejahren die Finanzkrise ein Ende. Jedoch nur ein vorläufiges, denn im letzten Sommer habe man “auf das Gaspedal getreten”. Was das Grundstück für den Neubau angeht, wurden die potenziellen Bauherren auf dem unternehmenseigenen Areal am Oberklamweg fündig. Wenn die Planungen sich in jeder Hinsicht als realisierbar erweisen, könnten hier alle in Leimen beheimateten HTC-Abteilungen ab dem Herbst 2016 zusammengeführt werden. Dem Büro- und Verwaltungsbereich würden dann 2600 und dem Laborbereich 3700 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Dies wäre genügend Fläche für 170 Arbeitsplätze. Überdies soll der Neubau direkt an den Bau, in dem bereits das Betonlabor untergebracht ist, angebunden werden. Um Platz für den Neubau und Parkplätze zu schaffen, ist vorgesehen, das derzeit als Museum genutzte “Sängerheim” zurückzubauen. Erste Eindrücke davon, in welcher Form wiederum neu gebaut werden könnte, liefert der von Heidelberg Cement ausgelobte Architektenwettbewerb. Zehn Architekturbüros nahmen an dieser Konkurrenz teil, eine aus neun Preisrichtern bestehende Jury entschied nun, dass drei Entwürfe in die engere Auswahl kommen. Als Preisrichter fungierte auch Wolfgang Grether, der Leiter des Staatlichen Hochbauamtes Baden-Baden. Bei seiner Entscheidung war ihm besonders wichtig, dass Portland-Halle und -Villa im Süden des Neubaus als denkmalgeschützten historischen Gebäuden “ein Umfeld belassen wird”. Sollte der projektierte Bau zu nah an diese heranrücken, wäre das “grenzwertig”. Doch der Wettbewerbssieger werde dieser Vorgabe gerecht, denn in diesem Falle “kommt zu zwei Solitären ein weiterer Solitär hinzu”. Laut Wolfgang Dienemann werden die drei Siegerentwürfe in Kürze bis ins Detail unter die Lupe genommen und auch bezüglich ihrer finanziellen Auswirkungen exakt bewertet. Den mit 20.000 Euro dotierten ersten Preis erhielten die “HHS Planer + Architekten” aus Kassel. Laut Wolfgang Dienemann hat sich die Jury “zwischen den ersten Drei “ziemlich schwergetan”.